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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG-Jugend Landesverband Westfalen findest du hier .
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In diesem Jahr hat die DLRG-Jugend Westfalen ihr 60-jähiges Jubiläum gefeiert und in die Zukunft geblickt. Aber: „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.“ (August Bebel). Vor diesem Hintergrund hat sich die DLRG-Jugend Westfalen in einer fünftägigen Bildungsfahrt vom 31.08. bis 05.09. auf die Spuren des schlimmsten Völkermordes in der Geschichte der Menschheit gemacht und den Ort besucht, der wie kein anderer mit der organisierten und fabrikmäßigen Vernichtung der Juden und anderer Minderheiten durch das Naziregime verbunden ist: Auschwitz.
Mit insgesamt 18 Teilnehmenden starteten wir am Abend des 31.08. unsere lange geplante Bildungsreise nach Polen und kamen am Freitagmorgen in dem 150-Seelen-Dorf Niwki (dt. Tempelhof) in der Nähe von Oppeln (Oberschlesien) an. Aufbauend auf unserem Informations- und Kennenlernabend im Juni haben wir uns zunächst unter fachkundiger Expertise unseres Referenten, der zugleich Dozent beim Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz ist, mit der Entstehung und der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz bis zu dessen Befreiung am 27. Januar 1945 beschäftigt. Mit umfangreichem Bild- und Zahlenmaterial wurden dabei bereits die Ausmaße des Holocaust greifbar. Am Samstag (01.09.) haben wir zunächst das ehemalige Kriegsgefangenenlager Lamsdorf (Łambinowice) mit den Stammlagern VIII B, VIII F/318 und 344 sowie den sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof, dessen Denkmal an die rund 42.000 Toten der Stammlager erinnert, die Kriegsgräberstätte, auf der bis heute etwa 7.000 Soldaten unterschiedlichster Nationen mit jeweils einem eigenen persönlich bezeichneten Kreuz beigesetzt wurden sowie den etwas abseits gelegenen Friedhof, auf dem die Opfer des von 1945 bis 1946 bestehenden Arbeitslagers für deutsche Zivilsten beigesetzt sind, besucht.
Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Auschwitz-Besuchs. In den frühen Morgenstunden haben wir die zweistündige Fahrt zum Stammlager I in der polnische Stadt Oświęcim (dt. Auschwitz) angetreten und dort im Rahmen einer Führung die zuvor im Vortrag kennengelernten Eindrücke vertieft. Die sehr eindrucksvolle Ausstellung auf dem Gelände des Lagerkomplexes machte die Verbrechen greifbar. Besonders beklemmend war dabei die Ausstellung der bis zur Befreiung noch nicht vernichteten persönlichen Gegenstände, wie Schuhe, Koffer, Brillen, Kleidung, Prothesen aber auch die den Gefangenen entfernten Haare. Kaum zu ertragen war die Stille beim Gang durch die noch vollständig erhaltene Gaskammer und das direkt angrenzende Krematorium. Die wahre Dimension der Massenvernichtung wurde aber erst auf dem 191 ha (ca. 270 Fußballfelder) großen Gelände des Lagers Auschwitz-Birkenau sichtbar. Nach dem Gang durch das Torhaus reichten die Barackenbauten bzw. die Ruinen davon bis zum Horizont. Der lange Weg vom Torhaus führte uns zunächst an der sog. Todesrampe vorbei, an der die in Viehwaggons eingesperrten und deportierten Menschen durch einen Lagerarzt innerhalb von Sekundenbruchteilen selektiert und damit entweder unmittelbar in die Gaskammer geschickt oder zu Zwangsarbeit und unwürdigsten Bedingungen ausgewählt wurden. In stillen Gedanken der Unfassbarkeit gingen wir anschließend genau den gleichen Weg, den die zur sofortigen Vergasung bestimmten Menschen in ihren eignen Tod gehen mussten und der an den beiden großen Gaskammern und der heute dort errichteten Gedenkstätte endet.
Auf der Rückreise hatten alle Teilnehmenden Zeit, die gewonnenen Eindrücke zu verarbeiten und bei einem Stadtspaziergang durch Krakau gemeinsam mit Unterstützung unseres Referenten zu reflektieren.
Als Abschluss unserer Bildungsreise und zur Abrundung des geschichtlichen Zeitausschnittes hörten wir am letzten Tag einen spannenden und informativen Vortrag zur Entstehung und zum Verlauf des Zweiten Weltkrieges und kamen in einen angeregten Austausch.
Alle Teilnehmenden waren sich schnell einig, dass die Veranstaltung für den eigenen Umgang mit unserer Geschichte und auch in Bezug auf die aktuellen politischen Entwicklungen in der Welt bereichernd war und zum Nachdenken angeregt hat. Das Feedback bestärkt uns darin, als DLRG-Jugend Westfalen Jugendliche und junge Erwachsene zu den Themen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu sensibilisieren und die Bildungsfahrt als Auftakt weiterer Veranstaltungen in diesem Zusammenhang zu betrachten, damit solche Grausamkeiten nie wieder passieren.
„Dieser Ort sei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und der Mahnung an die Menschheit. Hier ermordeten die Nazis etwa Anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Die Meisten waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas - Auschwitz-Birkenau - 1940-1945“ (Inschrift auf der Gedenkstätte)
Zitate einiger Teilnehmenden:
„Alle Vorträge des Referenten waren beeindruckend und sehr informativ. Aber auch nach wiederholtem Besuch in Auschwitz ist das Ausmaß des damaligen Geschehens für mich immer noch unfassbar."
Karola Roolf
„Bilder und Filme werden diesem gigantischen Areal nicht gerecht. Und obwohl unser toller Referent einen beeindruckenden Vortrag im Vorfeld ablegte, kann man sich heute kaum vorstellen, wie das damals alles war. Unseres Erachtens sollte so eine Bildungsfahrt ein Muss für jedermann sein.“
Michaela Braun
„Die Dimensionen sind unwirklich, die schiere Größe kann nur vor Ort wirken. Ein MUSS für jeden, damit sich sowas in der Geschichte nie wieder wiederholt.“
Philipp Voss
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